12 geschworene Schützen mussten nach einem Überfall in Niederbusch Pferdediebe über die Landesgrenze ausweisen. Sie hatten auch Wegegelder zu kassieren und darüber Buch zu führen. Im Jahre 1583 wird von einem Gehalt in Höhe von 24 Gulden berichtet. Es war an drei Terminen auszuzahlen.
Jakob Kritzraedt erwähnt eine Junggesellen Bruderschaft in den Jahren 1603 bis 1613: Im Jahre 1606 und 1608,
pilgerte die Herzogin von Jülich zum Wallfahrtsort nach Scherpenhövel in
Flandern, sie wollte dort für den schwer erkrankten Herzogs beten. Dabei machte
sie Halt auf der Burg zu Gangelt und übernachtete dort. Bei der Anreise empfingen
der Bürgermeister, die Schöffen, die geschworenen Schützen und die Junggesellen
Schützen die Herzogin an der Stadtgrenze. Ebenso stellten die Schützen die
Nachtwache auf der Burg, hierfür erhielten diese zwei Tonnen Bier.
Am 20. Mai 1629 wurde den St. Sebastianus-Schützen vom Amtmann Wilhelm von Hanxler eine Hofstadt nächst dem Kirchhof gelegen auf ewiglich übergeben.
Drei geschworene Schützen mussten im Jahre 1673 die spanische Kontribution - sprich steuerliche Abgabe - überbringen.
Nach Abzug der Franzosen aus dem Rheinland und der gewonnenen Völkerschlacht bei Leipzig anno 1814 ist von einem Freudenfest der St. Sebastianus-Schützen mit den übrigen Schützengesellschaften die Rede. Während der Preußischen Zeit der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft wurde ihr ihre eigentliche Aufgabe, die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung, genommen. 1821 erließ der preußische Landrat von Fürth der Bruderschaft neue Statuten, im weitesten Sinn, wie wir sie heute kennen. Über den Auflösungstermin der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft ist nicht berichtet worden, jedoch ist der letzte lebende St. Sebastianus-Schütze, Lambert Jossef Weiss, 1880 im Alter von 91 Jahren gestorben. Noch heute feiert die St. Johanni-Schützenbruderschaft (gemeinsam mit dem St. Hubertus Musikverein und dem Tambour- und Pfeifercorps) den Patronatstag „St. Sebastianus". Von den diversen Schützenvereinigungen besteht noch als einzige die St. Johanni-Schützenbruderschaft. Aus früheren Statuten geht hervor, dass nur Ledige Mitglieder der Bruderschaft werden konnten.
Die ältesten vorhanden Urkunden der Bruderschaft aus
den Jahren 1631 und 1717, die die alten Rechte der St. Johanni Schützen
beurkunden. Die ältesten bekannten Statuten der St. Johanni Schützen gehen auf
das Jahr 1705 zurück.
Das älteste erhaltene
Königssilber der Bruderschaft ist aus dem Jahre 1739. Darin eingraviert: Joannes Michiel
Vossen , Coninck van de Schütterie van St. Jan tot Gangelt - Anno 1739 -
Zudem existiert eine Satzung der St. Johanni Schützen aus dem
Jahr 1868. Für den Vorstand unterzeichneten der Hauptmann Wilhelm Hensgens, der
König Peter Reiners und der Schützenmeister M. Kalderoni.
1928 wurde die St. Johanni- Schützenbruderschaft dem Dekanatsverband Gangelt, heute Gangelt-Selfkant, dem Grossen Verband der rheinischen westfälischen Schützen angeschlossen.
Seit 1950 werden auch Verheiratete als Mitglieder aufgenommen.
Seit 1989 sind Frauen als Schützenschwestern herzlich willkommen. In diesem Jahr holte auch erstmals eine Schützenkönigin, Evelyn Brock, den Vogel von der Stange.
Bis zum heutigen Tage wurde Vieles aus dem Brauchtum früherer Schützenbruderschaften Gangelts übernommen, wie die Gestaltung von Festen, das Vogelschiessen sowie Schiessübungen auf die Scheibe. Ein Termin über das Vogelschiessen wird bereits 1594 urkundlich bezeugt.