St. Johanni Schützen Gangelt

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Historie


Im Folgenden möchten wir auf die Historie des Schützenlebens in unserem Städtchen Gangelt eingehen. Anno Christi 700 war Gangelt schon christlich und nannte sich Gangluden. In dieser Zeit berichtete man über das Fasten. Die Gangelter Bürger enthielten sich dem Fleisch, Eiern, Milch, Butter und Käse. Im Jahre 1302 wurde Gangelt erstmalig Stadt genannt.  

Um das Jahr 1425 erfolgte unter Johann II. von Heinsberg der Abschluss der neuen Stadtbefestigung für die Stadt Gangelt. Diese wurde schon unter der Brabanter Herrschaft vorangetrieben und die Burg, die vormals westlich vorgelagert war, wurde mit in die Stadtbefestigung integriert. Wie der über unsere Region hinaus bekannte Geschichtsschreiber und Chronist Jakob Kritzraedt im Stadtbuch Gangelt berichtet, wurde zur gleichen Zeit eine Wachmannschaft zur Bewachung der Stadt und Burg aus 25 Schützen auf den Landesherrn vereidigt. Diese Bruderschaft nannte sich, wie vieler Orts im Heinsberger Land, nach dem heiligen Sebastianus; als weiteren Schutzpatron wählte man den heiligen Antonius, der Schutzpatron der Bauern, Vieh und Stallungen.

Später wird zusätzlich eine "St. Sancti Georgy-Schützerey" erwähnt. Diese wurde allgemein St. Joris-Schützen genannt und war als einzige mit Gewehren bewaffnet. Sie löste sich 1882 auf.

Aus dem Jahre 1570 wird in einem Vertrag des Herzog Wilhelm von Jülich von 25 Geschworenen St. Sebastianus-Schützen berichtet. Es wurden Gebote aufgeführt, nach denen sich Arm und Reich zu richten hatten. Für deren Einhaltung hatten die Schützen zu sorgen und erhielten für diese Dienste vom Landesherrn regelmäßige Zuwendungen. Ihre hoheitlichen Aufgaben in der damaligen Zeit sind folgenden Berichten zu entnehmen:


12 geschworene Schützen mussten nach einem Überfall in Niederbusch Pferdediebe über die Landesgrenze ausweisen. Sie hatten auch Wegegelder zu kassieren und darüber Buch zu führen. Im Jahre 1583 wird von einem Gehalt in Höhe von 24 Gulden berichtet. Es war an drei Terminen auszuzahlen.

Jakob Kritzraedt erwähnt eine Junggesellen Bruderschaft in den Jahren 1603 bis 1613: Im Jahre 1606 und 1608, pilgerte die Herzogin von Jülich zum Wallfahrtsort nach Scherpenhövel in Flandern, sie wollte dort für den schwer erkrankten Herzogs beten. Dabei machte sie Halt auf der Burg zu Gangelt und übernachtete dort. Bei der Anreise empfingen der Bürgermeister, die Schöffen, die geschworenen Schützen und die Junggesellen Schützen die Herzogin an der Stadtgrenze. Ebenso stellten die Schützen die Nachtwache auf der Burg, hierfür erhielten diese zwei Tonnen Bier.

Am 20. Mai 1629 wurde den St. Sebastianus-Schützen vom Amtmann Wilhelm von Hanxler eine Hofstadt nächst dem Kirchhof gelegen auf ewiglich übergeben.

Drei geschworene Schützen mussten im Jahre 1673 die spanische Kontribution - sprich steuerliche Abgabe - überbringen.

Nach Abzug der Franzosen aus dem Rheinland und der gewonnenen Völkerschlacht bei Leipzig anno 1814 ist von einem Freudenfest der St. Sebastianus-Schützen mit den übrigen Schützengesellschaften die Rede. Während der Preußischen Zeit der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft wurde ihr ihre eigentliche Aufgabe, die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung, genommen. 1821 erließ der preußische Landrat von Fürth der Bruderschaft neue Statuten, im weitesten Sinn, wie wir sie heute kennen. Über den Auflösungstermin der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft ist nicht berichtet worden, jedoch ist der letzte lebende St. Sebastianus-Schütze, Lambert Jossef Weiss, 1880 im Alter von 91 Jahren gestorben. Noch heute feiert die St. Johanni-Schützenbruderschaft (gemeinsam mit dem St. Hubertus Musikverein und dem Tambour- und Pfeifercorps) den Patronatstag „St. Sebastianus". Von den diversen Schützenvereinigungen besteht noch als einzige die St. Johanni-Schützenbruderschaft. Aus früheren Statuten geht hervor, dass nur Ledige Mitglieder der Bruderschaft werden konnten.

Die ältesten vorhanden Urkunden der Bruderschaft aus den Jahren 1631 und 1717, die die alten Rechte der St. Johanni Schützen beurkunden. Die ältesten bekannten Statuten der St. Johanni Schützen gehen auf das Jahr 1705 zurück.

Das älteste erhaltene Königssilber der Bruderschaft ist aus dem Jahre 1739. Darin eingraviert: Joannes Michiel Vossen , Coninck van de Schütterie van St. Jan tot Gangelt  - Anno 1739 -

Zudem existiert eine Satzung der St. Johanni Schützen aus dem Jahr 1868. Für den Vorstand unterzeichneten der Hauptmann Wilhelm Hensgens, der König Peter Reiners und der Schützenmeister M. Kalderoni.

1928 wurde die St. Johanni- Schützenbruderschaft dem Dekanatsverband Gangelt, heute Gangelt-Selfkant, dem Grossen Verband der rheinischen westfälischen Schützen angeschlossen.

Seit 1950 werden auch Verheiratete als Mitglieder aufgenommen.

Seit 1989 sind Frauen als Schützenschwestern herzlich willkommen. In diesem Jahr holte auch erstmals eine Schützenkönigin, Evelyn Brock, den Vogel von der Stange.

Bis zum heutigen Tage wurde Vieles aus dem Brauchtum früherer Schützenbruderschaften Gangelts übernommen, wie die Gestaltung von Festen, das Vogelschiessen sowie Schiessübungen auf die Scheibe. Ein Termin über das Vogelschiessen wird bereits 1594 urkundlich bezeugt.

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